Erfahrungsbericht: Assessment Center duales Studium Maschinenbau

Was ich in einem Assessment-Center erlebt habe

Das erwartet Dich an einem Bewerbertag

erfahrung ac duales studium maschinenbau - duales studium guruAls Schüler hatte ich überhaupt keine Ahnung, was mich an bei einem Assessment Center (auch AC oder Bewerbertag) erwarten würde.

Damit Du Dir besser vorstellen kannst, wie ein Bewerbertag abläuft und was ein AC ist, kannst Du nun mit einem von uns noch einmal einen Bewerbertag erleben.

Zu dem Bewerbertag wurde ich von einem Unternehmen der Luftfahrtbranche auf meine Bewerbung für ein Duales Studium Maschinenbau an der DHBW eingeladen. Deshalb kann ich in diesem Erfahrungsbericht dualen Studenten berichten. Der Handlungsort ist der Firmensitz: Ein Campus mit vielen Bürogebäuden, Fabriken und Werkstätten, von einem großen Werkszaun umschlossen und mit mehreren bewachten Eingängen. Das alles schüchterte mich als Bewerber vor meinem ersten Bewerbertag noch ein bisschen mehr ein. Als ob die Situation an sich noch nicht ausgereicht hätte, mich nervös zu machen. Der Bewerbertag startete erst einmal damit, dass ich den richtigen Eingang in das riesige Werksgelände finden musste. Und dann ging es schon los:

 

Begrüßung, Small Talk & die richtige Kleidung

Am Werkstor standen schon zwei aktive Duale Studenten des Studienganges aus dem zweiten Semester aus dem Unternehmen bereit um uns freundlich in Empfang zu nehmen und uns bei den Zugangsformalitäten zu helfen. Wir warteten, bis alle vier Teilnehmer eingetroffen waren. Dabei kam die erste Herausforderung für mich als noch unerfahrenen Bewerber: Ich musste bei all meiner Nervosität Small-Talk mit meinen Mitbewerbern und den aktuellen Dualen Studenten führe. Beruhigt stellte ich fest, dass meine Kleiderwahl für den Bewerbertag eines Ingenieursstudiums angemessen war: Hemd, Sakko, einfache Jeans und Halbschuhe. Dann wurden wir von unseren neuen Vorbildern ins Personalgebäude geführt.


Wenn Du wissen willst, wie man ein Anschreiben für ein duales Studium verfasst, dann haben wir hier Beispiel-Anschreiben für Dich für ein duales Studium im Bereich Maschinenbau und im Bereich Soziale Arbeit.


Im Hauptgebäude erwarteten uns mehrere Mitarbeiter des Unternehmens, denen man eine sonderbare Mischung aus Stolz und Neugier aus dem Gesicht ablesen konnte. Es waren der Ausbildungsleiter, der Personalchef und zwei Mitarbeiter aus der Personalabteilung. Wir wurden herzlich begrüßt und sollten nacheinander ein paar Sätze zu uns in großer Runde sagen. Man teilte uns mit, dass wir die Runde mit den besten Bewerbungsunterlagen sind und überhaupt die erste Runde sind, die eingeladen wurde. Wir waren genau vier Bewerber und uns wurde gesagt, dass es vier Plätze für das Duale Studium Maschinenbau gibt. Wir wussten also früh: die Chancen genommen zu werden, waren sehr hoch.

 

bigstock - duales studium guru - A Handshake Between Business People - bigstock - duales studium guru

Meine Erfahrung: darum solltest Du unbedingt von Anfang an hell wach

Es folgte eine ausführliche Präsentation des Unternehmens durch den Personal- und Ausbildungsleiter. Uns wurden die Produkte des Unternehmens, die Branche insgesamt, die neuesten Produktinnovationen und die weltweite Arbeit und Vernetzung des Unternehmens präsentiert. Auch auf das Duale Studium wurde noch einmal eingegangen und der Ablauf erklärt. Kleine Fragen zum Unternehmen konnten am Ende der Präsentation gestellt werden. So hätte man nochmal sein Interesse für das Fachgebiet unterstreichen können. Doch ich war froh, als Bewerber auch mal zuhören zu können, ohne in die Rolle des aktiven zu schlüpfen. Doch aus dieser Ruhe wurde ich schon kurz nach der Präsentation durch einen Schock gerissen.

Nach der Frage ob noch Unklarheiten bestehen, die natürlich unbeantwortet blieb, wurde unsere erste Aufgabe verkündet: Wir sollten auf Basis der gerade gehörten Informationen nun in 15 Minuten in Zweierteams unsere eigene Präsentation über das Unternehmen vorbereiten. Als Hilfsmittel standen uns ein Koffer mit verschiedenen Bastelutensilien und eine Pinnwand sowie eine Flipchart zur Verfügung. Ich war geschockt und richtig nervös, da ich von der Präsentation wegen meiner Aufregung nicht alles mitbekommen hatte. Es galt nun, in einem Extra-Raum zusammen mit meinem Mitbewerber eine kurze Präsentation zu erstellen, mit der wir die Personaler beeindrucken konnten. Kreativität und eine klare strukturierte Herangehensweise an Probleme schienen uns dafür gut geeignet. Bei der Präsentation war ich deutlich nervöser als mein Mitbewerber, aber es lief besser als befürchtet. Die Präsentation des anderen Teams konnten wir leider nicht sehen. Wir wussten also nicht, wo genau wir standen.

 

Wie eine Gruppenaufgabe abläuft

Anschließend wurden wir als Gruppe wieder zusammengeführt und bekamen Zettel mit Streitthemen und den Standpunkt, den wir vertreten mussten. Dabei war ein Thema berufsnah und entsprach der Frage: „Sollen wir in China produzieren oder nicht?“. Das andere Thema war allgemeiner und hat stark an eine Erörterung in einer Deutschschulaufgabe erinnert: „Schuluniformen, auch für Deutschland eine gute Idee?“. Es war ein komisches Gefühl, in der Mitte zu sitzen und bei den Diskussionen die ganze Zeit von den Mitarbeitern beobachtet zu werden, die sich währenddessen Notizen machten. Eine Mitarbeiterin hat bei den Diskussionen mitgemacht und mehr Feuer in die Diskussion eingegossen. Wir wurden öfter kritisiert und es fielen auch mal dreiste Bemerkungen um uns zu provozieren. Derweil musste man auch nach 15 Minuten immer zu einem vorzeigbaren Gruppenergebnis kommen.

bigstock- duales studium guru - Group Of Engineer Students University Looking In Machine In Labo

Nach diesen drei anstrengenden Aufgaben konnten wir erst einmal ausschnaufen. Es stand die Werksführung auf dem Plan. Dabei wurde uns gezeigt, wo welche Produkte hergestellt werden und wie Duale Studenten hier in der Praxisphase lernen. Es war eine super Abwechslung, um den Kopf freizukriegen. Anschließend wurden wir in der Kantine zum Mittagessen eingeladen. Während die Personalmanager zusammen Mittag aßen und sicherlich ihre ersten Eindrücke von den Kandidaten besprachen, warteten auf uns die Dualen Studenten vom Morgen und beantworteten uns so manche neugierige Frage. Sie machten uns auch Mut, dass bisher schon alles gut gelaufen sein müsste. Das bestätigte sich auch, da nach dem Mittagessen niemand heimgeschickt wurde.

Wieder zurück im Personalgebäude, riss uns dann gleich die nächste Gruppenaufgabe aus dem Schlummerschlaf des Suppenkomas. Wir sollten zusammen in 20 Minuten einen Turm aus Papier bauen und hatten dafür nur eine Hand voll Werkzeuge zur Verfügung: Schere, unterschiedliches Papier, Stifte und keinen Kleber. Andere Materialien zu benutzen, war verboten. Der Turm sollte möglichst hoch sein und möglichst gut aussehen. Nach Verkündung der Aufgabe setzten sich die Unternehmensvertreter um uns herum und beobachteten unser Vorgehen. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten: das kann ziemlich nervös machen. Wir haben es nach anfänglichen Startschwierigkeiten geschafft, einen einigermaßen ansehnlichen Turm aufzubauen. Doch noch mehr beruhigte mich die Gruppendynamik. Wir haben beim Aufbau des Turmes sehr gut miteinander harmoniert und viel Spaß gehabt. Niemand hatte sich in den Vordergrund gedrängt und niemand hatte sich zu sehr zurückgehalten. Am Ende als der Turm steht, musste sich die Gruppe noch auf einen Namen einigen.

 

Aus eigener Erfahrung: was im Bewerbungsgespräch passiert

Anschließend warteten die Einzelgespräche auf uns: Das berühmte Bewerbungsgespräch oder auch Interview. Ich saß dem Ausbildungsleiter und einer ehemaligen Dualen Studentin gegenüber und wurde mit Fragen zu meinem Lebenslauf gelöchert. Schülerpraktika und Auslandsaufenthalte schienen besonders interessant zu sein. Am meisten wurde ich nach meinen Erlebnissen in diesen beiden Bereichen gefragt. Das überraschte mich nicht allzu sehr, da es auch meiner Meinung nach der interessanteste Teil meines Lebenslaufs war. Zu meinem Schock wechselten sie die Sprache ohne Ankündigung und ich sollte auf Englisch erzählen, warum ich meine Englischkenntnisse im Lebenslauf als „sehr gut“ angegeben hatte. Ich hatte auch die Gelegenheit Fragen zum Studium und dem angebotenen Auslandsaufenthalt zu stellen.

duales studium erfahrugnsbericht assessment center maschinenbau - bigstock -duales studium guru

Die Entscheidung: Zusage oder Absage

Später wurden wir alle zusammen gerufen und uns allen wurde verkündet, dass wir genommen wurden. Wir hatten eine Woche Entscheidungszeit und wir sind mit dem Angebot für einen Dualen Studienplatz nach Hause gefahren. Das Angebot war aber noch vorbehaltlich der Zustimmung des Betriebsrats und des Medizinchecks, die wir dann am späten Nachmittag des gleichen Tages noch hinter uns brachten. Der ganze Auswahltag war sehr anstrengend und hat ungefähr acht Stunden gedauert und ich habe dort viel gelernt. Trotz des Angebots bin ich meinen persönlichen Interessen gefolgt und habe mich für einen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang entschieden.

Du hast selber ein Auswahlverfahren für ein duales Studium durchlaufen? Dann teile doch mit uns deine Erfahrung! Schicke uns eine Email mit Deinen Kontaktdaten und der dualen Studienrichtung an info@duales-studium.guru. Wir freuen uns von dir zu hören!

Social Media