Interviews mit dualen Alumni: Jana Rauscher

 

Duales Studium BWL Handel: Interview mit Jana Rauscher

 

Hallo Jana, Du leitest heute mit Deinem Freund zusammen in Karlsruhe Deine eigene Boutique samt Online-Modeshop. Wie kamt ihr auf die Geschäftsidee?

Die Idee für Save Our Sole wurde – wenn man es so nennen will – mehr oder weniger aus der eigenen Not heraus geboren. Um die Sneaker unserer Wahl zu kaufen, waren wir gezwungen mindestens bis Stuttgart, meistens jedoch nach München oder Berlin fahren. Das musste natürlich geändert werden. Save Our Sole ist also ein Sneaker- und Bekleidungsgeschäft mit sehr spitzem Sortiment, das wir mit viel Leidenschaft führen.

 

Um Deine Zukunft nach dem Studienabschluss musstest Du Dir keine Sorgen machen. Schließlich bist Du nach Deinem DHBW-Studium BWL Handel sofort als Shopmanagerin bei Deinem dualen Partner Heine eingestiegen. Mit der Selbstständigkeit wolltest Du trotzdem nicht länger warten?

Unsere Boutique im Herzen von Karlsruhe sowie unseren Onlineshop haben wir zusammen mit einem dritten Partner schon eher gegründet; Und zwar ungefähr zu meinem Abschluss an der DHBW gegen Ende 2013. Mir im Bereich Mode ein eigenes Geschäft aufzubauen, war schon lange mein Traum. Deshalb wollte ich gar nicht länger zögern. Mein Freund ist schon von Anfang an Vollzeit eingestiegen, während ich zwei Jahre neben dem Job mitgearbeitet habe. Durch die Arbeit bei Heine konnte ich mir gerade im E-Commerce einen großen Erfahrungsschatz aufbauen. Mein Wissen hilft uns jetzt natürlich bei unserem angeschlossenen Onlineshop sehr.

 

 

Angestellt in Vollzeit arbeiten und nebenbei noch ein eigenes Modegeschäft zu schmeißen, klingt ziemlich anstrengend. Während andere ihren Feierabend genießen, hast Du sicher oft bis spät in die Nacht gearbeitet. Wie hast Du die zwei Jobs zeitlich unter einen Hut gekriegt?

Klar, so viel zu arbeiten, strengt schon an. Ich hatte das Glück, dass ich dank Gleitzeit meine Arbeitszeit frei wählen konnte. So war ich immer früh am Morgen im Büro und konnte ab Nachmittag mit in unserer Boutique arbeiten. Aber das frühe Aufstehen und lange Arbeiten war für mich gar nicht schlimm. Wir waren ja von unserer Geschäftsidee überzeugt. Und wenn man von einer Idee überzeugt ist, kniet man sich auch gerne voll rein. Da tut es nicht weh, wenn der Arbeitstag auch mal 16 Stunden dauert und man sieht, wie das eigene „Baby“ wächst.

 

Welche Aufgaben übernimmst Du in eurem Dreiergespann?

Da unsere Firma noch recht klein ist, ist mein Aufgabengebiet sehr breit aufgestellt. Von Buchhaltung bis hin zum Management des Onlineshops gehört alles dazu. Natürlich stehe ich auch öfter im Verkauf, denn nur wer seine Kunden kennt, kann optimal auf ihre Bedürfnisse eingehen.
Es ist nicht immer einfach, diese vielen verschiedenen Aufgaben gleichzeitig optimal zu monitoren und zu koordinieren. Manchmal vergleiche ich dies ganz gerne mit der Klausurenphase im DH-Studium, man muss ständig alles parat haben und blitzschnell vom Personalwesen zum Controlling umschalten können. In gewisser Weise haben mich diese damals so harten Zeiten auf meine heutigen Aufgaben gut vorbereitet.

 

Mit dem DHBW-Studium hast Du Dir also eine gute Grundlage für euer Geschäft gelegt…

Genau, bei der Studienwahl habe ich mich von meinen Interessen leiten lassen. Schon immer habe ich mich für Mode interessiert und mich darum bei Heine beworben. Die Kombi mit einem BWL-Studium war ideal. Ich habe mein Abi am Wirtschaftsgymnasium gemacht; da wusste ich, dass ich mit meiner Wahl BWL Handel richtig liege. Die Praxisnähe in den Vorlesungen war toll und Heine war dazu ein guter praktischer Begleiter. Mit der Zeit wurden mir relativ viel Verantwortung und eigene Projekte übertragen.

 

Welche Aufgaben würdest Du dualen Studenten in Deinem Unternehmen übertragen?

So wie mir damals, würde ich ihnen eigene Projekte übertragen, sodass sie früh Verantwortung übernehmen müssen. Theoretisches Wissen kann dabei gut unterstützen, ich bin aber ein großer Verfechter von „learning by doing“. Hier erinnere ich mich an mein persönliches Highlight aus dem dualen Studium: Wir standen damals vor der Aufgabe, eine Modenschau inklusive Kollektionsvermarktung organisieren. Die Kollektion sollte sowohl online als auch in Print, also im Katalog, vermarktet werden. Dabei lernte ich zum ersten Mal, wie wichtig Multichannel-Verzahnung für moderne Handelsunternehmen ist.

 

Welchen Tipp kannst Du dualen Studenten geben, die mit dem Gedanken spielen, zu gründen?

Als dualer Student steht man ja meist ganz am Anfang seiner „Zwanziger“ und am Anfang seiner beruflichen Laufbahn. Besonders letzteres sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen. Bei mir war es so, dass meine Freunde und Familie oft ihre Bedenken geäußert haben: „Willst Du wirklich einfach so kündigen? Deine Arbeit ist doch sicher; warum gehst Du dieses Risiko ein?“ – Sie haben es natürlich alle gut gemeint und sich gesorgt. Doch lasst euch nicht zu sehr beeinflussen. Und lasst euch vor allem keine Angst machen! Nur der Versuch macht klug!
Selbst wenn Du mit Deiner Geschäftsidee doch keinen Erfolg habt, so schadet das eurem Lebenslauf auf keinen Fall. Im Gegenteil, das macht Dich als Bewerber doch erst interessant. Wieso sollte man mit Anfang Zwanzig nicht mal auf die Nase fallen dürfen? Da hast Du im Vorstellungsgespräch viel Stoff zum Erzählen.

 

Interviews & Erfahrungsberichte über duales Studium: Wie Du davon profitierst

Unsere Mission ist es, duale Studenten und alle, die es werden wollen so gut wie möglich zu unterstützen. Deshalb führen wir eine Reihe von Interviews mit ehemaligen dualen Studenten (duale Alumni) und zeigen Dir, was man mit einem dualen Studium so alles erreichen kann. Außerdem bekommst Du so Ratschläge aus erster Hand, wie Du mit dem dualen Studium am besten Deinen Weg gehst. Unsere Interviews sind 100% unabhängig. Viel Spaß beim Lesen, inspirieren lassen und Vorbilder suchen. In unserem Ratgeberbuch findest Du weitere spannende Interviews und Erfahrungsberichte.

 

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