Warum manche duale Studenten nicht bleiben

Nicht alle dualen Studenten bleiben ihrem Praxispartner nach dem Studium treu. Es ist üblich, dass sie ihre erworbenen Kenntnisse erst einmal im Partnerunternehmen einsetzen. Viele duale Studenten machen dort auch richtig Karriere*. Doch immer wieder verlieren Unternehmen gute duale Studenten. In diesem Artikel erfährst du die vier häufigsten Gründe, aus denen gute duale Studenten nach ihrem Studium weiterziehen.

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1. Keine Karriere-Perspektive für duale Studenten

Manche Unternehmen bieten Dualen Studenten keine richtige Perspektive auf eine Entwicklung nach ihrem Studium. Ist die Abschlussarbeit abgegeben, sehnen sich gute Absolventen nicht nur nach einer erfüllenden Einstiegsposition. Um langfristig im Beruf Freude zu finden, wollen sich die meisten Einsteiger stetig weiterentwickeln. Gerade die fleißigsten und besten Studenten geben sich mit einem sicheren Gehalt alleine nicht zufrieden. Hört die Förderung von Talenten nach der Zeugnisverleihung auf, so sind die High Potentials schnell weg.

  • Tipp für Bewerber: Schon im Vorstellungsgespräch kannst Du erfragen, was aus ehemaligen Dualen Studenten bei dem jeweiligen Partnerunternehmen geworden ist. So kannst Du schnell erkennen, ob Du hier glücklich werden kannst.
  • Tipp für Unternehmen: Duale Studenten zeichnen sich dadurch aus, dass sie schon im Studium mehr leisten wollen als normale Studenten. Begleitet man als Partnerunternehmen ihre Karriere weiter, so kann das Potential für Unternehmen und Absolvent weiter ausgeschöpft werden. Das Schlüsselwort heißt hier „Entwicklungsperspektive“.

 

2. Schlechte Behandlung im Vergleich zu Externen

Das ist Gott sei Dank ein Punkt, der immer seltener wird. Es kommt vor, dass Unternehmen duale Studenten schlechter bezahlen als Berufseinsteiger, die direkt von der Hochschule eingestellt werden. Diese Unternehmen begründen das damit, dass sie in Vorleistung gehen: Sie bezahlen ihre dualen Studenten bereits während des Studiums. Natürlich ist da etwas Wahres dran, allerdings sollten die Praxispartner dann gleich im Bewerbungsgespräch mit offenen Karten spielen. Denn es gibt wohl kaumeine wirkungsvollere Methode, wertvolle Mitarbeiter zu vergraulen, als ihnen die Wertschätzung zu verweigern – bei betroffenen Unternehmen konnten wir bei einer regelrechten Flucht der dualen Alumni  zusehen.

  • Tipp für Bewerber: Frage im Interview nach, wie duale Studenten im Vergleich zu normalen Absolventen beim Job-Einstieg bezahlt werden.
  • Tipp für Unternehmen: Hier ist Fairness und Transparenz gefragt. Die dualen Studenten werden es ihnen mit Treue und Einsatz danken.

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3. Der duale Student passt nicht zum Unternehmen

Viele Unternehmen machen Fehler bei der Auswahl der dualen Studenten. Oft filtert man zu stark rein nach Noten und Lebenslauf. So fangen sich Praxispartner oft Nachwuchs ein, der von Anfang an gar nicht ins Unternehmen passt. Auf Dauer macht das beide Seiten unglücklich.

  • Tipp für Bewerber: Fühlst Du Dich als Bewerber beim Auswahltag oder im Vorstellungsgespräch unwohl und hast Du ein schlechtes Gefühl, wenn Du an das Unternehmen denkst: dann lass lieber die Finger davon.
  • Tipp für Unternehmen: Wichtiger als der Lebenslauf ist, wie gut ein Bewerber in die Unternehmenskultur, Team und Branche passt. Neben Gesprächen gibt es spezielle psychologische Tests, um dies herauszufinden.

 

4. Keine passenden Stellen für das Ausbildungsniveau

Hat man eine tolle Ausbildung hinter sich und freut sich auf den Einsatz im Unternehmen, muss es auch passende Stellen geben. Wird eine duale BWL-Studentin als  Vorzimmerdamen-Ersatz eingesetzt? Verbringt ein dualer Ingenieur die Hälfte seiner Arbeitszeit im Kopierraum? Dann kann man darauf wetten, dass die beiden womöglich gleich am Arbeitsplatz nach Stellenangeboten suchen. Sie sind bereit, lieber heute als morgen das Weite zu suchen. Unterforderung ist genauso schlimm wie Überforderung – nur häufiger.Duale Studenten haben während des Studiums fantastische praktische Fertigkeiten erlernt. Die wollen sie auch einsetzten.

  • Tipp für Studenten: Schon während des Studiums kannst Du Dich aktiv um Stellen in spannenden Projekten bemühen. Knüpfe Netzwerke und halte die Ohren offen.
  • Tipp für Unternehmen: Genauso wie sich duale Studenten um eine spannende Position bewerben müssen, sollten die Partnerunternehmen dafür sorgen, dass es ein genügendes Angebot an geeigneten Stellen gibt und duale Studenten einen guten Ruf besitzen. Beispielsweise sollte man darauf aufmerksam machen, wann, wie viele duale Studenten  mit ihrem Studium fertig werden.

 

*In unserem Buch findest Du auch ein Interview mit Tipps eines ehemaligen dualen Studenten, der bis in die Geschäftsführung eines großen deutschen Unternehmens mit mehreren hundert Millionen Euro Umsatz aufgestiegen ist.

 

Link zum Ratgeberbuch

Unser Ratgeberbuch gibt Dir alle Tipps zum dualen Studium von der Suche nach dem richtigen Studiengang über die Bewerbung bis hin zum Übergang in den Beruf.

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